Also diese Auskünfte wird Dir kein Hoster geben, wenn Du etwas Webspace mietest. Und das solltest Du anscheinend wissen - oder?
Bevor ich eine website irgendwo hoste, werde ich mich bei einem Hoster weitestgehend informieren, ob die von mir benötigten Features vorhanden sind. Viele davon stehen auf den Webseiten der Hoster, andere kann man über den Support erfragen. Wenn ein Hoster mir keine Auskünfte zu bestimmten Features geben kann, ist er für mich gestorben. Ich muss dazu sagen, dass mich das Problem nicht sehr betrifft, da ich einen eigenen Server habe. Aber wenn ich gelegentlich für Kunden ein geeignetes Hosting-Paket aussuche, dann hat der Hoster mit solchen wie den obigen Fragen zu rechnen.
Alles anzeigenZur Sicherheit ist zu sagen:
- iptables geschrieben und gesetzt
- kein ssh Zugriff
- no ping
- regelmäßige updates des Systems
- clamav
- rkhunter/chkrootkit
- täglichen Report über diverse Trafficbereiche, clamav, chrootkits usw.
- alle 24h ein vollständiges backup auf einen dafür eingerichteteten Server
- komplexe Passwörter
Zu Deinen Sicherheitsargumenten: "iptables geschrieben und gesetzt" hat nichts zu heißen, ein schlecht konfiguriertes IPtables kann ebenso unsicher sein. "kein ssh Zugriff" soll vermutlich heißen "kein SSH-Zugriff für Kunden". Und "no ping" soll wohl bedeuten, dass Du ICMP-Anfragen blockierst. Wozu? Wenn Du die Firewall wirklich gut konfigurieren würdest, würdest Du nicht Pings blocken, sondern nur ICMP-Flooding unterbinden. "regelmäßige updates des Systems" und "komplexe Passwörter" sind Selbstverständlichkeiten und keine Sicherheitsfeatures. "täglichen Report über diverse Trafficbereiche, clamav, chrootkits usw." interessieren mich als Endanwender nicht, ich gehe davon aus, dass der Admin das ohnehin macht. Stichwort "rkhunter/chkrootkit": Fein, aber nur wenn man wirklich regelmäßig den Rechner runterfährt und das System im Ruhezustand auf Rootkits prüft.
Im Übrigen darf ich zu dem beredsamen Schweigen zu den anderen Punkten schließen
- dass auf dem Server kein IDS aktiv ist,
- dass keine Maßnahmen ergriffen werden, um Ressourcen-Spitzen durch einzelne Kunden zu bremsen
- Du keine Ahnung von den Details der MySQL-Konfiguration hast,
- keine partiellen Restores möglich sind,
- etc. pp.
Was mich nur annervt ist, dass das ganze als Diskusison läuft und sich immer ein "Besserwisser" findet. Ein Angebot kann man annehmen, oder ablehnen. So läuft halt unsere Multioptionsgesellschaft.
Du kannst froh sein, dass Dein (wie Arno bereits anmerkte) gewerbliches Angebot als Diskussionsbeitrag und nicht als Spam behandelt wird. Und wenn es ein Diskussionsbeitrag ist, dann musst Du auch mit einer argumentativen Auseinandersetzung leben. So läuft halt unsere Meinungsfreiheitsgesellschaft.
Doch im Internet herrscht ja diese schöne Diskrepanz zwischen Lebensalltag und virtueller Welt.
Diese (welche)? Schöne (naja)? Diskrepanz zwischen Lebensalltag und virtueller Welt?
Nein -- wir sind hier nicht in einer virtuellen Welt -- Du hast ein reelles Produkt vorgestellt und musst Dich nun mit der Kritik auseinandersetzen. Oder bist Du im falschen Forum gelandet und wolltest eigentlich ein Hostingangebot auf "Second Life" veröffentlichen?
Alles anzeigenDas nächste mal wenn Du im Supermarkt eine Packung Müsli kaufst, dann stelle der Verkäuferin bitte folgende Fragen:
- Ist das Getreide auch aus Bioproduktion?
- Wenn ja, welches Prüfsiegel müssen die einzelnen Landwirte einhalten?
- welche Kontrollstellen sind dafür zuständig?
- Wie oft und wie geschehen diese Kontrollen?
- Was für hygenische Maßnahmen werden in der Produktionsstätte getroffen?
- Ist der Eigentümer der Produktionsstätte gegen Konkursmaßnahmen versichert?
- Wenn ja, dann in welcher Höhe?
- Auf was für logistische Wege geht dann das Müsli, bis es in den Supermarkt gelangt?
- Inwieweit sind deutsche und/oder ausländische Unternehmen daran beteiligt?Sorry, aber so kommt keiner zu seinem Müsli!
Erstens mache ich mich sehr wohl schlau, was bei mir auf den Teller kommt. Wenn ich ein BIO-Siegel sehe, gehe ich zunächst davon aus, dass es seine Richtigkeit hat -- ich kann mich leider nicht tagtäglich auf Äckern und in Ställen rumtreiben. Wenn Du ein Prüfsiegel -- sagen wir mal vom TÜV -- vorweisen könntest, würden sich viele meiner Fragen vermutlich auch erübrigen. Da Du aber ein Hosting-Einzelkämpfer bist wie schon viele vor Dir, und weil ich schon viele schlechte Erfahrungen mittelbar und unmittelbar gemacht habe, finde ich eine gewisse Skepsis angebracht. Zweitens ist Hosting nicht Müsli-Kaufen: Die Daten, die man einem Hosting-Dienstleister anvertraut und die Dienstleistungen, die man erwartet (Verfügbarkeit, Sicherheit, Performanz, Funktionalität), gehen schnell in die tausende Euro; ein Hosting-Vertrag ist eine Entscheidung für mehrere Jahre.
Deshalb soll nicht jeder, der seine Begeisterung für Linux und die Kommandozeile entdeckt hat, sich selbst zum Hoster erwählt fühlen. Oder um es mit Wilhelm Busch zu sagen: