Muss ich als Blogger Anwalt sein?

  • Guten Tag,

    heutzutage liest man ja sehr häufig etwas über Abmahn-Anwälte. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Dabei ergeben sich für mich Fragen bezüglich dem Inhalt:

    Was darf ich schreiben? Darf ich Namen von real existierenden Personen nennen? Darf ich Behauptungen aufstellen und meine Meinung kundtun oder ist das schon wieder Verleumdung?
    Diese ständige Selbstkontrolle raubt einem schon im Vorfeld sämtliche Motivation, wenn ich ganz ehrlich sein soll.

    Nehmen wir beispielsweise Olnigg - der schreibt recht pikant. Ist das schon grenzüberschreitend? Ich bin absolut ratlos :(

    Lauriel

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  • Was darf ich schreiben?


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    Zitat

    Darf ich Namen von real existierenden Personen nennen?

    Grundsätzlich erst mal nicht, denn es gibt das Persönlichkeitsrecht. Personen in der Öffentlichkeit und Personen der allgemeinen Zeitgeschichte (Politiker, Schauspieler, Steuerhinterzieher, usw.) dürfen genannt werden. Deine Freunde werden wohl auch nichts dagegen haben, wenn du ihre Namen nennst. Für diesen Kreis gilt natürlich auch das gute Benehmen (keine Beleidigungen, usw.)
    Bei Fremden vorsichtig sein! Bestes Beispiel: du rufst eine Hotline an und bist mit der Aussage des Mitarbeiters nicht einverstanden. Wenn du darüber schreibst, okay, aber lass den Namen des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin weg.

    Zitat

    Darf ich Behauptungen aufstellen

    Wenn du diese Behauptungen durch Beweise belegen kannst, Ja.

    Zitat

    und meine Meinung kundtun oder ist das schon wieder Verleumdung?

    Wenn man merkt, dass es sich um deine persönliche Meinung handelt, kannst du das schreiben. Ein Satz wie "In der Firma XY arbeiten nur Betrüger" ist gefährlich! Der Satz "Man könnte fast denken, dass in der Firma XY nur Betrüger arbeiten" ist grenzwertig. Wenn du schreibst: "Ich finde das Verhalten der Mitarbeiter in der Firma XY nicht sehr anständig", dann ist das okay.

  • Zu dem Thema hab ich mir gestern auch Gedanken gemacht. Ich bin neu in der "Blogger-Szene" und grade dabei mir einen eigenen Blog aufzubauen.

    Allerdings verunsichert mich diese ganze Juristerei ziemlich. In meinem Fall hab ich mir Gedanken gemacht, inwieweit man auf "Fremde Inhalte" bezug nehmen kann/darf, ohne mit dem Urheberrecht, dem Zitatrecht oder gar dem Mediendienste-Staatsvertrag in Konflikt zu geraten..

    Das ist schon alles sehr verwirrend und anstrengend.. :(

    Hat jemand da ein paar nützliche Tipps oder Links, die da Licht ins dunkle bringen?

  • Seht Ihr, es wirkt schon …

    Die Abmahnerei zeigt tatsächlich Wirkung. Dieser Thread beweist es.
    Aber zurück zu den Fragen!

    Das Ganze lässt sich so einfach nicht beantworten, weil zu vieles situativ betrachtet und bewertet werden muss.
    Aber Ihr seid gut beraten, wenn Ihr Euch mal ins Recht der Presseberichterstattung und im Strafgesetzbuch die Äußerungsdelikte (Ehrverletzungsdelikte) anseht.
    Dann noch die Spruchpraxis des Bundesverfassungsgerichts zu Art. 5 I 1 GG sowie die BGH-Rechtsprechung zu den Persönlichkeitsrechten.

    Spätestens jetzt dürfte Euch der Mut endgültig verlassen haben und Ihr keinerlei Lust mehr verspüren, Eure Meinung frei zu äußern.
    Na, klingelt´s?!

    Zur Erinnerung: Die herrschende Meinung ist immer Meinung der Herrschenden!

    Grüße!

    Andreas Skowronek
    Freier Journalist, Autor und Seminar-Trainer schreibt das

    Blog für Betriebsrat und Jugendvertretung (JAV) – immer subjektiv und nie langweilig.

    http://37sechsblog.de

  • Zitat

    Zur Erinnerung: Die herrschende Meinung ist immer Meinung der Herrschenden!


    Du hast leider Recht. Die Frage ist nur, wer sind die Herrschenden?
    Das Volk, die Wirtschaft, die Politiker oder die Medien?
    (Oder vielleicht doch mein Mann?):mrgreen:

    VG Elke

    Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten...
    http://u-portal.de/

  • Hallo,

    alles irgendwie richtig! Aber wir leben immer noch in einer Demokratie und das Recht der freien Meinungsäußerung ist immerhin noch ein grundgesetzlich verbrieftes Bürgerrecht.. Auch Abmahnanwälte oder Vereine haben ihre Grenzen und inzwischen gibt es immer mehr Fälle, in dehnen sich erfolgreich gegen solche verteildigt werden konnte. Schließlich arbeiten auch Abmahnanwälte nicht für den lieben Gott..... :-)

    Solange ich keine nachweislichen Unwahrheiten behaupte, ehrverletzend schreibe und das Copyright, sowie Impressumsrecht einhalte kann ich mir auch einigermassen sicher sein das meine Veröffentlichungen keine Angriffsfläche bieten. Und wenn doch mal, gut ein Haar in der Suppe kann man ja immer finden, dann muß ich halt mal zum Anwalt gehen. Ein gewisses Restrisiko besteht halt und wer das nicht tragen will, der sollte seine WebSite schließen.

    Gruß micky_pi

  • Also ich blogge seit 10/2005 und das nach wie vor ohne gross drüber nach zu denken. Bisher habe ich erst einmal eine E-mail bezüglich eines Eintrags bekommen, den jemand gestört hat. Das haben wir aber per E-mail geklärt und das wars dann auch. Ansonsten hab ich bisher nur Fan-Post bekommen ja und sogar schon Spenden. Ich habe deswegen auch ein virtuelles Sparschwein gegründet, in das die Spenden reinwandern.

    Teu teu Teu - 3x auf Holz klopf.

    Ich hab sogar Musik verlinkt, Videos und Massenhaft Bilder und Screenshots. Bisher habe ich mit meinem Blog ganz gut verdient, obwohl ich keine Werbung geschaltet habe. Ich konnte mir nen Fahrrad kaufen, nen Computer und auch kostenlose Programm-Lizensen habe ich schon bekommen, wenn ich ein Programm im Blog positiv erwähnt habe.. :)

    Ein Impressum habe ich auch, aber das ist gut versteckt. Ausserdem heisst es bei mir nicht Impressum. Aber egal. Bisher war das wohl nicht wichtig, denn mein Imprint hat bisher nur knapp 50 Besucher.... In 2,5 Jahren. ;)

  • Hallo H75,

    na dann wollen wir mal hoffen das hier kein "Abmahnfan" mitliest, damit kann man nämlich auch sein Sparschwein füllen... :-)

    micky_pi

  • Also wenn hier einer mitlesen sollte, dann kann er sich gleich mal notieren, das es bei Hollii nix zu holen gibt! Ich spende, ich helfe und ich gebe auch gerne. Aber ich werde mit Sicherheit nicht mein hart verdientes Geld in den Rachen eines Abmahnschlunds werfen. ;)

    Aber egal. :) zurück zum eigentlichen Thema..

    Einmal editiert, zuletzt von H75 (18. März 2008 um 14:59)

  • Die Abmahnerei zeigt tatsächlich Wirkung.


    Ja, aber nur deshalb, weil es für die Politik unwichtig ist, gute Ideen aufzugreifen und umzusetzen. Wenn die erste Abmahnung kostenlos bzw. in einem bestimmten Rahmen (< 100EUR) erfolgen müsste (diese Idee gab es ja mal), dann gäbe es viele schwarze (Abmahn)Schafe weniger.

    Aber stattdessen denkt man eben über Dinge wie Rußfilter für Kaminöfen nach, denn so ein Kaminofen macht nachweislich ja mehr Dreck als ein Flugzeug, ein Auto ... oder ganze Nationen, deren Hauptstädte vor lauter Dreckluft in einem konstanten Nebel verborgen sind. :?

  • Abmahnen schön und gut, natürlich ist das Recht des Geschädigten wichtig. Aber wie msi schon schrieb, der Preis ist die Frage. Sicher, wer beim Abmahnen nur 30 Euro zahlen muss, den wird das wenig jucken. 100 Euro aufwärts schmerzt deutlicher.
    Es kommt aber trotzdem auf den Fall an. Macht einer ungeniert weiter, sollte man gestaffelt härter werden dürfen, ist einer nach der ersten tiefpreisigen Abmahnung ruhig, wäre es besser für den.

    Aber was da manchmal für Unsummen für Abmahnungen verlangt werden, die ohne Anwalt viel schneller bereinigt gewesen wären, das ist wirklich wie der Themeneröffner schon schrieb sehr demotivierend. Da macht einem das Arbeiten schon gar keinen Spass mehr, wenn dann so Unsinnsabmahnungen rauskommen, wie das berühmte Kochbuch.

    Die Signatur befindet sich im Aufbau.

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