WP, Drupal, oder gar Typo? Welches CMS ist sinnvoll für meinen Anwendungsfall?

  • Aloha miteinander :)

    Um mich kurz vorzustellen, mein Name ist Tobias, eigentlich Ingenieur, aber gerade baue ich eine Plattform für faire Produktion in Schwellen- und Entwicklungsländern auf. Momentan noch als - fast - Einzelkämpfer mit relativ knappem Budget und großen Zielen.

    Entsprechend möchte ich Inhalte selber einpflegen lernen, ebenso kleinere Änderungen, Übersetzungen und Freigaben. Das Template soll, ebenso wie eventuelle Programmierungsaufgaben und Anpassungen von Plugins und Design als Auftrag vergeben werden.

    Die Webseite für mein Projekt wird mehrsprachig sein. Sie benötigt eine effiziente Abstimmungsfunktion, und später voraussichtlich ein mit der Abstimmfunktion verbundenes E-Commerce-System, so dass analog zu Crowdfunding-Plattformen erst ein Pledge getätigt werden kann, aus dem dann bei genügend Pledges automatisch ein Kauf wird.
    Abgesehen davon nur Text, Fotos, Filme, und eine Kommentarfunktion. Ggf. Einbindung eines Forums, aber Forumssoftware gibt es ja für jedes System.

    Idealerweise alles auf Basis eines Open Source Systems mit Open Source Plugins, die auch weiterunterstützt werden, wenn die dahinterstehenden Firmen oder Entwickler keine Lust mehr haben. Um die Kosten niedrig zu halten, wäre es großartig, wenn das alles ohne großen Programmieraufwand durch fertige Plugins realisierbar wäre, und nur das Design angepasst werden müsste. Das E-Commerce-System selbst muss im jeweiligen CMS/Framework (nicht ganz sicher, was da die passende Terminologie ist) möglich sein, wird aber erst in 6 bis 8 Monaten gebraucht, und auch erst dann - mit bis dahin hoffentlich besserer Finanzierung - angegangen.

    Eine Recherche hier im Forum hat ein paar deutliche Ergebnisse gegen WP ergeben, aber die waren von 2005, und damals war WP wohl tatsächlich nur zum Bloggen. Wie sieht es heute aus. Reicht hier WP, oder wäre Drupal sinnvoller.
    Typo scheint mir zu aufwendig und komplex, aber da mag der erste Eindruck täuschen.
    Und wie hoch schätzt Ihr den Aufwand für eine solche Seite ein unter der Voraussetzung, dass ich sehr flexibel bin was einzelne technische Lösungen und ihr Erscheinungsbild angeht (also gerne generisch), und auf der Designseite bis auf die wesentlichen Punkte des Corporate Designs - Schriftart, Farben, Abmaße von Feldern, Logo - ebenfalls mit geschmackvollen Generika leben kann?

    Auf der anderen Seite müsste man wohl ein paar Stunden Einführung in das jeweilige CMS dazurechnen.


    Vielen Dank schonmal

    Tobias

    I'm so meta, even this acronym

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  • Die Webseite für mein Projekt wird mehrsprachig sein.

    Mehrsprachiges Wordpress ist kein Problem
    https://marketpress.de/2013/mehrsprachiges-wordpress/


    Sie benötigt eine effiziente Abstimmungsfunktion, und später voraussichtlich ein mit der Abstimmfunktion verbundenes E-Commerce-System, so dass analog zu Crowdfunding-Plattformen erst ein Pledge getätigt werden kann, aus dem dann bei genügend Pledges automatisch ein Kauf wird.

    und dies mal eben kurz als Open Source Lösung ohne mitarbeit nur ziehen - klar gibt es!


    Ggf. Einbindung eines Forums, aber Forumssoftware gibt es ja für jedes System.

    ach... für jedes System?


    Eine Recherche hier im Forum hat ein paar deutliche Ergebnisse gegen WP ergeben, aber die waren von 2005, und damals war WP wohl tatsächlich nur zum Bloggen. Wie sieht es heute aus. Reicht hier WP, oder wäre Drupal sinnvoller.

    Drupal ist immer sinnvoller.

    Mit offenen Augen träumen

  • Willkommen im Forum, Tobias.

    Oh, danke, sehr freundlich, ich freue mich hier sein zu dürfen. :)


    Nein, nicht? Na gut..


    Zitat

    Mehrsprachiges Wordpress ist kein Problem

    Klasse. Danke für den Link. :)

    Zitat

    mal eben kurz als Open Source Lösung ohne mitarbeit

    Hmm.. weil eine Abstimm-Funktion etwas so exotisches ist, dass auf gar keinen Fall je jemand sowas mal gebastelt, und dann anderen zur Verfügung gestellt hat? Weil ich, wenn ich schon so komische Sachen wie einen Open Source Browser für Windows möchte, den doch gefäligst selber programmieren soll? Ok, macht Sinn.
    ...
    Nein, warte...

    Zitat

    ach... für jedes System?

    wäre mein Eindruck als blutiger Laie, ja. Aber wenn das nicht der Fall, und somit tatsächlich ein Ausschlusskriterium für Drupal oder WP ist, würde ich mich über nähere Informationen freuen.

    Zitat

    Drupal ist immer sinnvoller.

    Wie gesagt: Blutiger Laie. Kann also leider nicht so richtig beurteilen, ob das ironisch gemeint ist oder nicht, auch wenn die Tatsache, dass wir in einem WP-Forum sind, da eine Tendenz vorgibt.


    Mag natürlich sein, dass es bei CMS keine so ausgeprägte Open Source Kultur gibt wie in anderen Bereichen, und dass die Frage nach quelloffenen, frei nutzbaren Modulen irgendwie eine Beleidigung darstellt für all die hart arbeitenden Webprogrammierer. Dann entschuldige ich mich hiermit, würde aber um einen etwas ausführlicheren Hinweis darauf bitten, denn, wie gesagt, das ganze Feld ist neu für mich, und dafür ist der Informationsgehalt von ein paar sarkastischen Einwürfen halt etwas knapp. Trotzdem, danke für die Antwort.

    I'm so meta, even this acronym

  • Ich habe vor einigen Jahren meine Webseiten mit Joomla gemacht (mittlerweile reicht mir WordPress total aus) daher bin ich umgestiegen und will es nicht mehr missen. Mit Typo3 arbeite ich beruflich und denke, dass es zu viel des Guten für dein Projekt ist.

    In Drupal habe ich bisher nur mal kurz geschaut und kann dir daher eigentlich nichts zu sagen. Aber ich denke, wenn du eine einfache und gute Umgebung willst, bist du bei WP genau richtig. Durch die Vielzahl an Erweiterungen kann man das CMS sehr umfangreich aufbauen.

    GammaGate.de - Webseiten für Aktivisten und freie Kulturwerke

  • Hallo

    Ich möchte dich jetzt nicht desillusionieren, aber ich erlaube mir trotzdem eine Antwort.

    Wenn eine Website der zentrale Punkt deiner Idee/ deines Business mit den großen Zielen ist, dann wirst du um eine professionelle und individuelle Betreuung und Programmierung nicht herum kommen. Und das erfordert auch ein entsprechendes Budget.

    Warum?
    Ich kenne keine erfolgreichen e-business Seiten, welche nicht sauber und individuell erstellt worden sind.

    OK, das ist jetzt nur ein Symptom, ich versuche mich mal mit einer kurzen Erklärung:

    Wenn dein Business hauptsächlich auf die digitale Welt ausgelegt ist (oder auch nur die Hauptstoßrichtung des Marketing) dann geht es meist in erster Linie um Reichweite. Und diese Reichweite ist im Netz sehr sehr stark umkämpft.
    Es geht dabei ja dann auch um SEO, wozu ein sauberer und schlanker(!) Code fast unabdingbar ist - das erreichst du mit vorgefertigten Lösung praktisch nicht. Es geht dann in weiterer Folge um User Experience und usability - beides sollte individuell abgestimmt sein. Des Weiteren gehören dann auch AdWords Kampagnen (oder ähnliches) dazu - inkl. einem richtigen Controlling.

    Das langsame "organische" Wachstum aus der Analogwirtschaft findet so gut wie nicht in der digitalen Welt statt. Durch die weltweite Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit, setzt sich fast nur das Professionelle durch (selbst in Nischenbereichen).

    Daher rate ich in erster Linie einmal zu einer professionellen (!) Beratung. Der technische Unterbau spielt dabei noch gar keine Rolle.

    Bitte jetzt nicht falsch verstehen, vorgefertigte Templates etc. haben absolut ihre Daseinsberechtigung. Für kleinere Unternehmen, Vereine oder Privatpersonen - wo das Netz nicht von zentraler Bedeutung für den Erfolg ist.

    So long,
    pixselig

  • Hi Tobias
    ich schließe mich dem Beitrag von pixselig an.


    Ergänzen mag ich noch, dass ich anhand deiner Kurzbeschreibung erkenne, dass dir die technischen Zusammenhänge Crowdfunding //E-Commerce nicht vertraut sind.

    Aus Österreich weiß ich, dass es für Crowdfunding eigene Gesetze und Regeln gibt. Ich vermute auch in DE:

    Das bedeutet die Software muss dies berücksichtigen.

    Und es gibt ja guten Grund warum sehr viele vorhandene Crowdfunding Plattformen nutzen,
    Sicherheitsansprüche sind hoch,

    Werbeaufwand ist sicher mindestens 20mal höher als die Plattform- Erstellung.


    Die Frage ist für mich daher: individuelle Beratung und dann die Entscheidung: stemm ich das als Einzelkämpfer, der kein Coder ist, der kein Anwalt ist, der kein....
    oder schließe ich mich wo an mit meinen Projekten.

    Oder wen brauch ich zuerst mit im Boot...

    Ganz am Ende, wirklich ganz am Ende, wenn die technischen Anforderungen /die Abläufe etc Punkt für Punkt da sind, dann erst fällt sinnvoller Weise die Entscheidung für eine Software.

  • Vielen Dank für Eure Einschätzung und Hinweise. :)

    @ GammaGate

    ja, so hatte ich mir das auch gedacht, WP aber noch ein bisschen misstraut, weil es ja afaik noch nicht so lange aus der Nur-Bloggen Ecke raus ist.


    @ pixselig

    dochdoch, nur zu! Besser Du desillusionierst mich jetzt, als dass das 6 Monate und 20k später die harte Realität übernimmt. Zugegeben, ich bin ein großer Baukasten-Fan, und wäre bis zu Deinem Beitrag gar nicht auf die Idee gekommen, dass sich das Konzept eines modularen Aufbaus mit ausgereiften, preiswerten Großserienteilen nicht auf die Webseitenerstellung übertragen lässt. VW baut ja auch nicht für jedes Modell ein neues Getriebe. Andererseits muss VW für seine Getriebe auch kein SEO machen.

    Und zumindest SEO scheine ich nie wirklich zu begreifen. Ich dachte, da ginge es aktuell gerade um thematisch und statistisch glaubwürdige Verlinkungen und so, und weniger um die Code-Effizienz. Aber da auf dem Laufenden zu bleiben überlasse ich Euch Profis.

    Damit ich Dich nicht missverstehe: Meinst Du, dass nur das Template individuell gemacht werden soll, oder auch ganze Funktionsgruppen wie die Forensoftware oder E-Commerce? Mit ersterem habe ich zumindest teilweise geplant, aber letzteres dürfte dann wirklich mein Budget sprengen. Ich hätte mit knapp 2k für die Webseite, und nochmal 2k für das E-Commerce-System gerechnet. Logo und Corporate Design natürlich extra.

    So oder so.. an der professionellen Beratung werde ich wohl nicht vorbeikommen. Kann aber nicht schaden, sich vorher weng zu informieren, um selbige dann einordnen zu können. Wobei ich SEO und adwords sicher nicht vernachlässigen sollte, die meisten Interessenten aber eher über Hochschulwettbewerbe, EU-Wettbewerbe und Medienberichte erwarte.


    @ Monika

    Da habe ich mich wohl zu kurz gefasst. Das Crowdfunding läuft natürlich über eine entsprechende Plattform. Und erst wenn das erfolgreich ist, und genug Geld zur Verfügung steht, muss auch das E-Commerce auf der eigenen Seite aufgebaut werden. Allerdings wäre es dabei mein Ziel, Abstimmungen für ein bestimmtes Design verbindlicher zu machen, so dass wir am Ende einer Abstimmung die Produkte produzieren können, die die meisten Leute kaufen wollen, statt derer, die die meisten Leute irgendwie lustig finden. Wie genau das dann später machbar ist würde ich natürlich nochmal mit Anwalt, Steuerberater und Fokusgruppen usw. durchsprechen. Die Reihenfolge allerdings wäre jetzt erstmal: Webseite//EU-Wettbewerbe//Investorensuche, Hochschulen//Medien, Crowdfunding, und bei Erfolg parallel Erfüllung//Planung&Aufbau E-Commerce.

    Natürlich hast Du völlig recht, ich bräuchte mehr Leute, mehr Geld, und das am Besten kombiniert in Form von ein paar mehr Mitstreitern. Bis dahin muss ich halt alles Wissen, das fehlt, von Dienstleistern einkaufen. Leider scheint es fast unmöglich, Mitstreiter zu finden, die gleichzeitig das Wissen habe, das ich brauche, vertrauenswürdig sind, *und* bereit, das Risiko einer Gründung, noch dazu im gemeinnützigen Bereich mit entsprechend etwas verhaltenderen Gewinnaussichten, auf sich zu nehmen. Macht die Sache schwieriger, aber nicht unmöglich. Die EU unterstützt Vorhaben in diesem Bereich, die Medien sind deutlich mehr daran interessiert als einem neuen Autohaus oder Webshop, und auch die Behörden haben sich noch nie so kooperativ gezeigt wie in den letzten Monaten der Gründung.

    Nur muss man natürlich auch etwas vorzeigen können, und da sind Webseite und Social-Media-Präsenz nun eben der nächste Schritt, und damit auch die Entscheidung fürs CMS.

    I'm so meta, even this acronym

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