Ich denke nicht, dass hier Berlin oder Brüssel wirklich das Problem sind.
Dass Verordnungen von Leuten gemacht werden, die die Materie nicht wirklich durchdringen, weder technisch noch strukturell, macht die Sache zwar nicht besser, tut aber in diesem speziellen Fall wenig zur Sache.
Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Stelle die eigenen Inhalte auf einem Server zur Verfügung, nämlich da, wo auch die Domain erreichbar ist, behalte deine Kekse bei dir und spioniere deinen Besuchern nicht hinterher.
Letzter Punkt ist vielleicht noch der schwierigste: Der Server, auf dem die von mir angebotenen Inhalte liegen, speichert ein Logfile. Möglicherweise nicht nur eines, sondern mindestens ein weiteres, auf das ich im Shared Hosting gar keinen Zugriff habe, sondern nur mein Hoster (das weiß ich nicht, vermute es aber stark).
Diese ganz einfachen Regeln könnte man eigentlich unter „Gute Manieren“ zusammenfassen, sollten also eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
Wem das nicht selbstverständlich ist … hm, da wird dann für mich auch die Betroffenheit unglaubwürdig …
Und damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Ja, ich habe auch schon Google-Fonts und Google-Maps und Google ReCaptcha auf Seiten eingebunden, oft mit Grummeln – „aber der Kunde will es so“ … Ich bin auf eine Art froh, dass „der Kunde will es so“ nicht mehr als hinreichende Begründung durchgeht. Ich bin sehr gespannt, was alles umzustricken sein wird … (und nein, es geht bestimmt nicht darum, hiermit Aufträge zu generieren.)
Ich finde eher ein ganz anderes Gedankenspiel spannend: Ist ein Internet vorstellbar, in dem sich eine nennenswerte Anzahl / Größenordnung an Content-Anbietern einfach mal an die Selbstverständlichkeit der guten Manieren halten? Und was passiert dann? Ich meine: lässt sich das allgegenwärtige Zuspammen mit nicht-gewolltem Datenmüll wieder zurückdrehen?
Nachdenkliche Grüße
helix