tboley, was Du sagst, verstehe ich natürlich.
Man kann rechte Seiten nicht unkommentiert stehen lassen; man muss sich damit auseinandersetzen. Es ist aber generell ein Problem der heutigen Zeit, dass man versucht zu kontrollieren und auszublenden. Das führt aber nicht dazu, dass über die Problematik nachgedacht wird, sondern dass den Rezipienten ein Beißreflex ankonditioniert wird: Man weiß, dass "Nazis böse" sind und dass man die Inhalte nicht sehen darf. Aber warum, das weiß keiner.
Das Problem dabei ist, dass die Leute dadurch viel anfälliger für die Propaganda werden, da es plötzlich so aussieht als würden die Rechten selbst argumentieren, während die "anderen" nur zensieren und kontrollieren. Ist das nicht paradox? Und wenn Du mal auf die NPD-Seite gehst, wirst Du genau diese Argumente finden: "Wir werden ausgeblendet. Aber lest doch mal, was wir zu sagen haben." Das ist viel gefährlicher als eine Konfrontation und Auseinandersetzung.
Ich meine nicht, dass man auf die hirnrissigen Argumente der Rechten eingehen oder gar einen Diskurs mit ihnen führen muss. Aber man muss sagen: Auch diese Menschen gibt es. Sie haben sich -- warum auch immer -- eine totalitäre Struktur gegeben, und ihr Ziel ist es, diese auf die gesamte Gesellschaft zu übertragen. Ihre Argumente scheinen schlüssig zu sein, doch sie sind Wölfe im Schafspelz. Außerdem haben sie, als sie tatsächlich in Landesparlamente gewählt wurden, bewiesen, dass sie nur dumme und radikale Kartoffelbirnen sind (Stichwort: "Bombenholocaust").
Zum Thema Distanzierung: Ein simpler Einzeiler würde wahrscheinlich wirklich wie ein Vorwand klingen. Man könnte aber auch eine Erklärung verfassen, in der man etwa darstellt, dass Meinungsfreiheit ein Grundprinzip des Bloggens und des Internets überhaupt ist, und dass auch Rechte (in einem gewissen Rahmen) das Recht auf freie Meinungsäußerung haben.
Mal realistisch betrachtet: Wie soll ein Versuch aussehen, das "Frisch gebloggt" zu zensieren? Schlagwörter? Wie soll man dann noch Nazis zitieren, um sie bloßzustellen? Oder nach Websites? Dass das nicht funktioniert, sieht man hervorragend an den Spamblogs: Was man dafür bräuchte, wäre eine ausgewachsene Überwachungsmaschine, und die produziert immer noch Fehler. Zum einen werden Unschuldige ausgeblendet, zum anderen werden doch wieder unerwünschte Inhalte im "Frisch gebloggt" stehen.
Ich bin, wie gesagt, für einen kurzen Hinweis im Kontext von "Frisch gebloggt" und eine ausführliche Erklärung im Sinne von
"Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen."