Technik vs. Grafik

  • Schuster bleib bei deinen Leisten... so heiß es doch immer!

    Leute die sich mit dem technischen Bereich auskennen, habe nicht so viele Kenntnisse was den grafischen Bereich angehen.
    Bei Leuten aus dem grafischen Bereich ist es andersrum.

    Ausnahmen gibt es zwar auch hier, aber in den meisten Fällen ist es so.


    Wie geht ihr damit um, wenn es zu so einer Diskusion kommt?

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    Schuster bleib bei deinen Leisten... so heiß es doch immer!


    Der Meinung bin ich inzwischen auch, auch wenn´s mir manchmal Bauchschmerzen bereitet, wenn man unbedingt an einer über 7 Jahre alten,nur mit html (ohne css) "gestalteten" Statischen Seite als Startseite festhalten will.
    Allerdings betreue ich nur einen Vereins-Block von der technischen Seite und habe es nicht mit professionellen Grafikern zu tun. Die Diskussionen beschränken sich auf pauschal-Kritik ohne konkrete Gegenvorschläge, da sind Diskussionen vergeudete Zeit. Ist zwar schade um die nicht genutzten Möglichkeiten, aber bevor der Blog dann komplett abgelehnt wird, lege ich ihn halt hinter diese Seite.

  • Ich versuche mich in allen Bereichen irgendwann mal. Es gab eine Zeit, da habe ich wochenlang nur 468er-Werbebanner gemacht, oder mich in Flash reingekniet, heutzutage nicht mehr so oft.

    Irgendwann kommt einem das alles aber mal zugute, denke ich. Viele kleinere bis mittelständische Unternehmen würde es heutzutage zudem nicht mehr geben, wenn sie nach dem Motto "Schuster bleib bei deinen Leisten" geblieben wären. Fast alle bieten heute ein breit gefächertes Produktportfolio an, und müssen das auch.

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  • Hmmm, also ehrlich gesagt bleibe ich gern bei "Schusters Leisten". Es gibt ein paar Sachen, worauf ich mich spezialisiert habe. Die möchte ich dann aber auch besonders gut machen, z.B. barrierefreie Seiten erstellen.

    Es ist auch irgendwo eine nackte Rechnung. Wenn ich überlege, wie lange ich persönlich an einem grafischen Layout sitzen würde, kann ich diesen Bereich doch auch gut und gerne an einen Grafiker weiter leiten. Der kann das schneller als ich und zudem mit Sicherheit viel professioneller. Reine Aufwandsrechnung, denn Spezialisten sind nun mal Spezialisten. Fertig.

    In jedem Fall jedoch gebe ich grundsätzlich die Erstellung eines Logos an einen Fachmann weiter. Man sagt ja, es sei die Königsdisziplin. Ich bin kein Grafiker. Auch kein SEO-Spezialist, höchstens ansatzweise. Es gibt Leute, die tun nichts anderes. Deshalb sind sie in ihrer Vorgehensweise äußerst effektiv und professionell - so wie ich es nie sein kann.

    Wenn man versucht, alles zu machen, leidet die Qualität. In jedem Fall aber bin ich Befürworter der Erweiterung des Leistungsspektrums. Je mehr Leistungen angeboten werden, desto besser. Wer es letztendlich umsetzt, ist die Frage ;-)

    Wer meint, er müsse etwas neues ausprobieren, sollte es dennoch unbedingt tun. Wer weiß denn schon von sich, was man alles kann, bevor man es nicht probiert hat?

  • Kann ich so nicht bestätigen.

    Ich mache zurzeit eine Ausbildung als Mediengestalter und kann sowohl das grafische als auch das technische.

    Oder meinst du Leute die keine Ausbildung machen oder eine bestimmte haben?

  • css
    xhtml

    php
    mysql

    javascript

    ajax

    apache

    Grafik

    mindestens 1-2 open source oder andere CMS Software gut kennen und können...

    prinzipielle gute Kenntnisse in Screendesign
    zumindest Grundwissen in onpage Optimierung - das macht immerhin der mit dem xhtml ;)


    wer in all diesen Dingen immer absolut am Ball bleibt, kann kein Einzelkämpfer sein (Freelancer), weil ca 45% der Arbeitszeit mit Marketing/Kudenpflege etc drauf geht.



    an Wundermenschen glaube ich nicht mehr.

    kann ich was gar nicht, kann ich es für den Auftrag zuwenig==>hole ich mir einen Spezialisten genau für diese jeweilige Sache.


    so bekommt der Kunde was er mag und ich bleib ehrlich und zerspragle mich nicht und mache mich nicht lächerlich...


    ich kenne einige, die sind gute Coder, auf einmal wird deren Blog beliebt, dauert nicht lange und der gute Coder fühlt sich verpflichtet auch was zu SEO zu schreiben...

    das ist oft echt peinlich zu lesen - ich tipp ja auch kein Tutorial zu MySQL- Robert würde sich vermutlich schief lachen ... ;)

    lg

  • Genau richtig erkannt Monika. Ich für meinen Teil mach vermehrt nur noch Marketing technische Arbeiten, sowie Screendesigns für Webseiten. Das Umsetzen des Layouts in XHTML geb ich auswärts. Die Anpassung an das CMS jedoch übernehm ich selber (falls Zeit da ist).

    Man kann auch in diesem Bereich einfach nicht "alles" lernen und ich konzentrier mich lieber auf wenig, dafür da umso mehr als von allem ein bisschen und doch nichts ;)

  • Das Problem, alles machen zu wollen ist ja nicht neu. Die Lösungen wie Teambildung und Outsourcing sind meist die Argumente, die aus der Tasche gezogen werden und als der "heilige Gral" verkauft werden.

    Aus meiner nicht unerheblichen Erfahrung im Development und Operations Research kann ich sagen, dass Teamarbeit auch 100% kontraproduktiv wird, wenn der Druck für Auslieferungen steigt.
    Es erfordert Spezifikationen und Abstimmungen die auch mal eingehalten werden, und nicht alle 5 Minuten in die Tonne wandern. Verbindliche Regelungen und Terminsetzungen gehören genauso dazu.
    Allzu schnell leidet die Qualität, obwohl man 100% Spezialisten hat. Aber meist wird die chinesische Methode angewendet.

    Zitat

    Wenn eine Frau 9 Monate für ein Kind braucht, dann brauchen 9 Frauen nur 1 Monat dafür.

    Ist leider Alltag im Development Sektor.

    Somit kann es schon sein, das man sehr vieles sehr gut kann, es ist nur der Zeit und Kostenfaktor, der einen hemmt, es auch qualitativ hinzubekommen.

    Und ich würde behaupten, dass 90% der Auftragsarbeiten für WordPress innen drin, wo's der Kunde nicht sieht und versteht, aussehen wie Kraut und Rüben. Das würde vermutlich von einem Quality Assurance Team gnadenlos abgelehnt. Hier ein Hack, dort ein Patch und keine strikte Struktur, von Code Dokumentation mal ganz abgesehen. Nach X Monaten kann dann keiner mehr den Code verstehen und es braucht wieder wertvolle Zeit, sich da reinzuarbeiten.

    Die Sache mit dem "lächerlich machen" ist auch zweischneidig. Falls ein Kunde mit mehreren 100k € winkt, wenn man genau das macht, was er sich in seiner Phantasie ausmalt, dann steht allerdings die Frage im Raum, ob ich dann sage, "ach nee, lass mal, bin kein Grafiker" oder ob ich das angehe.

    Die meisten sehr guten, professionellen Entwickler sind auch gute Grafiker, denn auch GUI Design für Linux/Window Applikationen ist nicht von Pappe.

    Und was mir in der Design Diskussion in Bezug auf Web/Medien immer viel zu kurz kommt, sind die Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit und Fehlertoleranz mit aussagekräftigen Fehlermeldungen. Vielfach muss man sich die Finger brechen, um was bedienen zu können, Blinde sind auf grafischen Layout meist außen vor, und die Suche nach "in welchem Menüpunkt ist das jetzt wieder versteckt" nicht zu vergessen.

    Zusammenfassend kann man festhalten, das es keine schwarz/weiß Aussagen zu diesem Theme geben kann. Vielmehr sollte man sich immer im Klaren darüber sein, dass man immer weiter lernen muss, sich auch mit unangenehmen oder unbekannten Sachen beschäftigen wird, weil es nötig sein wird und sich seiner Stärken bewusst sein sollte.
    Wenn man Einstein nach seinen schulischen Leistungen in Mathe in eine Schublade legt, dann käme man nie auf die Idee, dass er mal E = m c^2 ausbrütet mit einer komplexen Theorie dahinter.

    ... ein wenig lang, aber mir war mal so.

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