Ein paar Fragen zum Thema gehackte Installation

  • Hi, ich habe das Problem dass mir die größte WP-Seite, die ich erstellt habe, nun schon 2x gehackt worden ist. Die Seite liegt bei Strato, die das ganze Ding jeweils immer komplett abgeschaltet haben, weil es anfing Spam zu versenden. Das Ergebnis ist, dass man so gut wir gar nicht mehr an die Seite drankommt und erstmal komplett reinen Tisch machen muss, ehe wieder etwas läuft: Das sorgt aber dafür, dass man auch kaum nachvollziehen kann, wo das Leck eigentlich ist. Beim ersten Hack hatte ich noch den Verdacht dass ggf. ein Plugin veraltet war, aber beim 2. Hack war alles so aktuell wie nur irgend möglich. Wir haben die Seite jetzt provisorisch umgezogen zu einem Bekannten, der auf seinem Server inkrementelle Backups machen und darüber hinaus genau feststellen kann, was wann wo verändert wurde (da läuft sie seit 2 Monaten ungestört vor sich hin). Das passt dem Kunden aber absolut nicht, vor allem wegen der unerwarteten Rechnung und den Folgekosten.

    Zu meinen Fragen:
    1. Wie lässt sich feststellen, wo das Leck in einer WP Installation ist? Ich gebe zu, ich habe von so etwas herzlich wenig Ahnung, das ist mein erster Hack. Von dem was ich so lese, KANN man es finden, aber wenn es zB an einem Plugin liegt, muss man den betreffenden Programmierer anhauen, und ob und wann der dann reagiert ist völlig offen. :-/

    2. Weiß jemand, ob Strato (oder sonst jemand) ein "secure hosting" oder so anbietet, wo Hacker einfach gar nichts ändern KÖNNEN?

    3. Der Kunde hat das Gefühl, ich hätte ihm ein mangelhaftes Produkt verkauft, also eine nicht hack-sichere Homepage. Er verkauft Fenster und vergleicht das so, dass er ja auch nachbessern müsse wenn er die Fenster falsch eingebaut habe. Da mag ja was dran sein, aber um bei dem Vergleich zu bleiben - wenn jemand diese Fenster dann einschlägt um in das Haus einzubrechen, ist das ja auch nicht seine Schuld, oder wie seht ihr das? Die Seite ist jetzt 3 Jahre alt, und von "hacksicherheit" war nie die Rede gewesen - davon abgesehen, dass es sowas ja im Prinzip nicht gibt...

    Das verwendete Template: http://www.templatemonster.com/wordpress-themes/45051.html
    Adresse der Seite: http://www.alutecc.de

    Viele Grüße und schonmal danke für Euer Feedback,
    Markus

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  • Ich kann dir nicht sagen, wie und ob sich die Schwachstelle leicht finden lässt. Aber Hacksicherheit gibt es nicht. Wie du schon sagst: ein Fenster kann man auch einschlagen.

    Die Sicherheitslücke kann auch vor dem PC sitzen ;-)
    Oder es ist ein unsicheres Passwort, ein verseuchter PC, schlecht Programmiertes Theme oder Plugins. Wie wurde der erste Hack entfernt? Wurde dort schon nach der Sicherheitslücke gesucht, oder nur vermutet? Wenn dort das Loch nicht gestopft wurde, kann der zweite Hack immernoch aus dem ersten kommen.

    Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen!
    [size=12]Bitte keine Hilfegesuche per PN (auch keine "privaten" Links). Das ist ein öffentliches Forum.[/SIZE]

  • [...] Das passt dem Kunden aber absolut nicht, vor allem wegen der unerwarteten Rechnung und den Folgekosten.



    Verständlich, würde mir als Kunde auch nicht passen und wäre ich auch nicht zu zahlen bereit, wenn das Problem nicht eindeutig auf meine Kappe ginge.

    Hat der Hacker auch gleich das Licht ausgeknipst, es ist ja gruselig dunkel auf einer Website, die doch eigentlich das Thema Licht und Luft zum Schwerpunkt hat…

    Zitat

    (...) 1. Wie lässt sich feststellen, wo das Leck in einer WP Installation ist? Ich gebe zu, ich habe von so etwas herzlich wenig Ahnung, das ist mein erster Hack.

    Habe ich das jetzt richtig verstanden, Du erstellst Websites mit Wordpress(!) im Kundenauftrag gegen Bezahlung und hast keine Ahnung, was Du bei einem Hack machen sollst, geschweige denn wie es überhaupt dazu kommen kann.

    Da wäre ich als Kunde jetzt echt angep… und würde, wenn ich diesen Hack nicht zu verantworten hätte und Du das Problem nicht unverzüglich in den Griff bekommst, einen zusätzlichen Dienstleister zu Deinen Lasten beauftragen, der sich des Problems professionell annimmt, darüber hinausgehenden Schadensersatz würde ich mir ebenso vorbehalten.

    Nicht nur deshalb halte ich es für mehr als unklug, hier den Link zur Website reinzuknallen, lass ihn in Deinem ureigenen Interesse lieber wieder entfernen.


    Zitat

    Von dem was ich so lese, KANN man es finden, aber wenn es zB an einem Plugin liegt, muss man den betreffenden Programmierer anhauen, und ob und wann der dann reagiert ist völlig offen. :-/



    Dann geht das erst mal voll auf Deine Kappe und somit zunächst auch finanziell voll zu Deinen Lasten, denn Du hast es eingebaut, möglicherweise kannst Du Dich dann im Zweifel an den Programmierer halten und versuchen mit einer Durchgangshaftung durchzudringen, aber das ist in solchen Fällen juristisch wohl eher sehr dünnes Eis.


    Zitat

    2. Weiß jemand, ob Strato (oder sonst jemand) ein "secure hosting" oder so anbietet, wo Hacker einfach gar nichts ändern KÖNNEN?



    Und es ist tatsächlich noch steigerungsfähig, da hat Dein Kunde wohl gleich mehrfach am falschen Ende gespart…


    Zitat

    3. Der Kunde hat das Gefühl, ich hätte ihm ein mangelhaftes Produkt verkauft, also eine nicht hack-sichere Homepage.



    Und das völlig zu Recht.

    Zitat

    Er verkauft Fenster und vergleicht das so, dass er ja auch nachbessern müsse wenn er die Fenster falsch eingebaut habe.



    So ist es, wenn die Ursache für das Problem nicht der Kunde selbst gesetzt hat, dann bist Du ganz dringend in der Pflicht nachzubessern, es sei denn, Du hast genau im Detail das eingebaut was der Kunde gewünscht hat (aber selbst dann ist man als Dienstleister nicht immer grundsätzlich raus), aber es hat den Anschein, dass der Kunde nur eine funktionierende HP geordert hat und z.B. keinen Einfluss auf den Einbau bestimmter Plugins oder andere Sperenzien genommen hat – oder?

    Zitat

    Da mag ja was dran sein, aber um bei dem Vergleich zu bleiben - wenn jemand diese Fenster dann einschlägt um in das Haus einzubrechen, ist das ja auch nicht seine Schuld, oder wie seht ihr das?



    Anders wird ein Schuh draus, wenn die Fenster eine so mangelnde Sicherheit bieten, dass man sie einfach so von außen öffnen und ein Kunde das vorher nicht gewusst haben kann, wer ist dann wohl in der Pflicht…


    Zitat

    Die Seite ist jetzt 3 Jahre alt, und von "hacksicherheit" war nie die Rede gewesen - davon abgesehen, dass es sowas ja im Prinzip nicht gibt... (…)



    So wie es auch keine absolute Einbruchssicherheit gibt, es gibt aber Mindeststandards, die z.B. eine Versicherung setzt, wurden diese missachtet, ohne dass dem Kunden das vorher ausdrücklich mitgeteilt wurde bzw. dieser es sogar möglicherweise auch noch ausdrücklich anders geordert hatte, wer ist dann wohl in der Pflicht…

  • Das Thema ist zu komplex um über ein Forum oder Tutorials zum Sicherheitsfachmann zu werden. Wer an was Schuld hat ist eine Frage für Juristen. Wurde vertraglich nichts zum Thema Sicherheit definiert kommt höchsten eine Haftung wegen grober Fahrlässigkeit in Betracht (Benutzername: admin, Passwort 12345678).

    Den einzig vernünftigen Rat den ich geben kann: Den Kunden ins Boot holen und gemeinsam ab zum Experten. Der Dachdecker legt mir hübsche Schindeln aufs Dach aber der Statiker legt fest welche Last das Dach tragen kann. Das Problem: Wer sich als dachdeckender Statiker verkauft muss das auch leisten können, weshalb es diese Kombination beim Hausbau nicht gibt. Transparenz ist das A und O. Wenn der Kunde vorher weiß was er NICHT bekommt gibt es auch keine Probleme.

    WordPress ist "frei" wie in Freiheit es zu nutzen, aber nicht im Sinne von Freibier. Wer also glaubt man bekommt rund um WordPress alles kostenlos, der irrt. Hilfe ist ein Geschenk für das man sich bedankt, dafür gibt es den 'Gefällt mir' Button. Wer das nicht kann und sich selbst nicht zu helfen weiss, muss sich bezahlte Unterstützung suchen.

  • @ Tubedesigner: Danke für die ausführliche Antwort, aber im Prinzip hättest du das mit 4 Worten sagen können: "Deine Schuld - dein Problem." Genauso unkonstruktiv, aber kürzer. Was meine schändliche Unwissenheit angeht - ja, das wirkt in der Rückschau nicht sonderlich schlau. Aber wie gesagt - ich hatte bislang nie Schwierigkeiten, und es war mir vorher auch nie zu Ohren gekommen dass WP so furchtbar anfällig gegen Angriffe ist. Wenn es dir also tiefere Befriedigung verschafft, nenn mich Vollpfosten. So, können wir jetzt bitte das PROBLEM behandeln? Das wäre super.

    Kann man hier seine eigenen Beiträge nicht editieren?!

    @ SirEctor: Das Loch wurde nie gefunden, beim 1. Mal wurde einfach ein altes Backup drübergebügelt, das war keine 3 Wochen alt. Aber es dauert halt immer ewig bis der Support von Strato die Seite dann auch wieder live schaltet. Mir war aber schon klar, dass da etwas gemacht werden muss, aber ehe ich eine Lösung finden konnte passierte schon der 2. Hack. Es GAB beide Male Hinweise von Strato auf den dateipfad von dem der Schaden ausging (Plugins):
    /wp-includes/simplepie/http/login.php

  • Zitat

    es war mir vorher auch nie zu Ohren gekommen dass WP so furchtbar anfällig gegen Angriffe ist.


    WP ist auch gar nicht so anfällig! WP, Theme, Plugins aktuell halten, langes u kompliziertes PWD - und als Hoster kein Strato - damit bin ich bisher sehr gut gefahren - und ja ich bin nur ein erfahrener HobbyBlogger.
    Dazu lese ich viele WP Nachrichten, versuche es.

  • 1. du hast gelernt, dass man Kunden immer darauf aufmerksam macht, dass es keine Sicherheit gibt

    2. du kannst auch darauf hinweisen, dass du für die Updates von Plugins keine Sicherheit übernehmen kannst
    etc etc...

    3. ich zumindest kann schreiben, dass ich bei der Übergabe kontrollierte, dass keine bekannten Sicherheitslücken installiert wurden.
    => was weiß ich, ob morgen Akismet gehackt wird (als Beispiel)

    4. mein Hoster schreibt mich an, dass er gefährliches gefunden hätte, und zwar am Ort X und Y und er hat die gefährlichen Dateien in einen extra Ordner verschoben

    ich möge umgehendst reagieren => der nimmt nix von Netz => außer ich reagier nicht zeitnah!

    Daher gibts ja Gründe warum viele sagen: es gäbe Hoster und "andere"


    5. wurden nach dem 1. Hack sämtliche, absolut sämtliche Passwörter, die mit dieser Domain zusammenhängen geändert?
    also Datenbank => neues Passwort
    FTP Zugänge => alte User gelöscht, neue angelegt, mit neuen Passwörter
    wurden die Computer mit denen auf die Site zugegriffen wird auf Schaddateien gescannt?

    wurden nach dem EInspielen des alten Backups
    alle auf dem Webspace vorhandenen Dateien gelöscht und neu hochgeladen...
    also alle Plugins neu geholt, via FTP hochgefahren. etc etc...

    wurde die Datenbank gsäubert oder die Inhalte via Dashboard => Werkzeuge geholt
    in eine neue Datenbank eingespielt und alles neu eingerichtet?


    wurden die UploadOrdner überprüft, ob dort die index.php geändert wurde, ob es da konfuse Dateien gibt...


    das ist alles was du machen kannst ohne der "HigEndLevelSecurity" Server Cheffe zu sein.


    achja und wenn der Kunde trotz ständiger Hacks mit all den Problemen weiterhin bei dem "anderen Hoster" bleiben mag, dann soll er es tun,
    ich würde dann jedwede Verantwortung von mir weisen...

  • Hi SuMu und Monika, super, vielen Dank, DAS sind die Vorschläge auf die ich gehofft hatte. Ich werde das mal mit meinem Kompagnon alles abarbeiten, da sollte sich doch eine Lösung finden lassen!

  • Hi SuMu und Monika, super, vielen Dank, DAS sind die Vorschläge auf die ich gehofft hatte. (...)

    DAS sind Basics die Du kennen solltest, bevor Du eine solche Dienstleitung anbietest - Da fluchen ja immer viele auf den Gesellen- und Meisterzwang, aber Dein Fall zeigt mal wieder krass, dass man in sicherheitsrelevanten Berufen heil froh sein kann, dass wir (noch) gewisse (Mindest)Standards haben, in Deinem Fall kostet es den Kunden zum Glück ja bloß sein Geld...

  • Hi SuMu und Monika, super, vielen Dank, DAS sind die Vorschläge auf die ich gehofft hatte. Ich werde das mal mit meinem Kompagnon alles abarbeiten, da sollte sich doch eine Lösung finden lassen!


    ich habe wirklich die absolutesten Basics angeführt.
    wenn dir das alles noch sehr, sehr unvertraut ist, dann grenze dein Angebot für Kunden genau ein.
    erkläre ruhig, dass es für alles Experten gibt und wofür du Experte bist,
    als "full service Agent" tät ich an deiner Stelle noch nicht auftreten..
    das erspart dir schlaflose Nächte und deinen Kunden ist klar, dass bei Fall X eine Expertin, ein Experte her muss.

    mache deinen Kunden klar, dass sie entweder einen Supportvertrag mit dir abschließen sollen oder selbst das System up to date halten müssen,
    ist wie beim "Boden-PC" halt ich den nicht in Schuß bin ich dran....
    dass du aber nicht für nichts garantieren kannst, weil niemand gegen gehackt werden gefeit ist..
    verweise dabei auf Zeitungsberichte über "Weißes Haus gehackt etc etc... deutscher Bundestag... " :-)


    es gibt bekannte Hoster deren Supportverständnis "anders" ist, hör dich um, lies und lerne zwischen den Zeilen zu lesen...

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