Vorgehensweise bei Templates mit mehreren Content-Blocks

  • Hallo Zusammen

    Ich habe mir vorgenommen, von Joomla auf Wordpress zu wechseln. Der Hauptgrund war, dass es Kunden einfacher haben sollen, den Inhalt ihrer Website zu verändern (v.a. Text & Bilder ersetzen/hinzufügen)

    Keine der Seiten hat üblicherweise einen Blog, dass heisst die komplette Blog-Funktionalität von WordPress interessiert mich nicht und ich möchte es als CMS benutzen, was ja scheinbar möglich und sogar gut sein sollte.

    Was ich einfach noch nicht begreife ist, wie ich Content-Blocks auf der Seite (z.B. ein Stück Text, ein Bild oder eine Liste) auf einer Seite frei anordnen kann und es für einen Kunden einfach bearbeitbar machen kann. Beispielsweite 3 Spalten, 2 Zeilen..also 6 "Inhaltsblöcke" und auf der nächsten Seite vielleicht 2 Spalten. Siehe Beispiel: http://clip.ch/


    • Den Inhalt im Backend-Editor zu stylen und aufzuteilen kommt nicht in Frage, dem Kunden kann man sowas nicht zutrauen.
    • Mit Custom Post Types könnte ich ja sehr frei einen Inhaltsbereich gestalten und mehrere Editoren anzeigen...Aber für jede einzelne normale Textseite einen eigenen CPT zu erstellen, nur weil der Inhalt leicht anders dargestellt ist..das kanns ja nicht sein, oder?
    • Plugins wie "Multiple-Content-Blocks" sind mir auf den ersten Blick viel zu starr. Das wäre ja wiederum dasselbe für jede Seite.

    Ich werde irgendwie noch nicht so ganz schlau aus Wordpress, weil mein Vorhaben, Inhalte auf jeder Seite anders anzuordnen ja eine absolute Grundfunktion ist, aber irgendwie so nicht vorhanden? Websites mit einspaltigem Fliesstext und Sidebar ist ja nicht das Ziel.

    Ich möchte z.B. Layouts wie dieses hier mit Wordpress bearbeitbar machen: http://clip.ch/

    Das sollte ja eigentlich keine Hexerei sein, dass sind ein paar Textspalten, auf jeder Seite halt etwas anders angeordnet...

    Jetzt meine Frage: Wie geht man da grundsätzlich am besten vor? z.B. nur mit Artikeln arbeiten und die nach Kategorien irgendwie in verschiedenen Loops anzeigen? Custom Post Types für jede einzelne Seite? In einem einzigen Template-File (z.b. page.php) mit 1000 Abfragen Steuern, wie welche Page angezeigt wird?

    Erste Priorität hat die Einfachheit für Dummy-Kunden. Also z.B. um eine Page zu editieren hat es da mehrere Textfelder für die einzelnen Blöcke, Bilder zum ersetzen etc... Am besten alles zentral und nicht die Hälfte bei Artikel, die Hälfte bei Pages und der Rest bei Widgets. Das soll möglichst, möglichst einfach sein.

    Wenn Wordpress als CMS funktionieren soll, müsste doch solche Basisfunktionalität einfach zu erledigen sein? PHP, HTML CSS ist kein Problem für mich, einfach Wordpress spezifisch kenn ich mich noch nicht aus.

    Ich brauche keine Fertiganleitung, ich weiss ich muss mich noch tiefer in die Materie einarbeiten, aber ich wäre froh wenn mir einer erklären könnte, wie man so etwas am "Besten" angeht und in welche Richtung ich weitersuchen muss.


    Vielen Dank und Freundliche Grüsse

    Robert

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  • Wordpress ist kein WCMS, sondern ein Blog mit CMS-Funktionalitäten. Darüber hinaus gibt es in Wordpress nur 1 Contentblock pro Seite (oder Post), der grundsätzlich nicht aufgeteilt werden kann. Ergo sind hier bspw. auch keine dezidierten Benutzerberechtigungen möglich - Enterprise schlägt hier fehl.

    Man hat 2 Möglichkeiten (okay, noch eine weitere, aber die erwähne ich nicht), Content in Wordpress aufzubereiten:

    1. Shortcodes
    Ein definierter Befehl wird im Inhalt platziert und ggf. mit Attributen sowie Inhalt versehen. Vorteil: sehr flexibel, auch für den Dev. Nachteil: Der Inhalt selbst wird im Editor bisweilen undurchschaubar.

    2. Page Builder
    Aus dem obigen Nachteil hat man irgendwann das Page Builder Konzept aus den großen WCMS-Systemen adaptiert. Inhaltselemente werden über Spalten gesteuert und über Formulare stark vereinfacht für einen Redakteuer erstellt. Die Ansätze sind hier durchaus sehr unterschiedlich, deswegen mal 2 Links für Dich:

    - Visual Composer von WPbakery
    - Content Builder von Indigo Kids

    Der Content Builder ist mein persönlicher Favorit und die Kunden, die ihn bei mir verwenden, kommen damit sehr gut klar (hohe Lernkurve).

    Darüber hinaus gibts es noch einige Frontend-Editoren, aber da lasse ich die Kirche mal im Dorf. Das Problem der Contentaufteilung besteht ja dort trotzdem.

    Plugins und Möglichkeiten (bspw. über Bootstrap) hast Du auf jeden Fall genug. Schau Dir mal ein paar davon an - insbesondere die lizenzpflichtigen Versionen. Die haben in 99% der Fälle mehr auf der Pfanne und sind deutlich besser Programmiert. Plus Support & Co.

    Wenn Dir WP hier zu "matschig" ist, schau Dir Typo3 an. Besser (und einfacher) kann man Content im Open Source Bereich nicht steuern und auch dafür gibt es (wenngleich es sinnfrei ist) eben solche Page Builder.

    HF & GL!

    Nachtrag:
    Du kannst auch (im Rahmen eines Plugins, falls es das nicht schon längst gibt) Redactor als Frontend-Editor selbst verwenden. Wird hoffentlich den TinyMCE sehr sehr sehr bald verdrängen: http://imperavi.com/redactor :)

  • Vielen Dank für deine Antwort!

    Die Page Builder sehen ja extrem interessant aus! Nicht nur, weil selbst Kunden das bedienen können, sondern weil ich auch selbst sehr schnell damit arbeiten kann! Für normale Inhaltsseiten ist ja praktisch alles abgedeckt und per CSS kann mans ja notfalls immer noch verändern.

    Ob Contentbuilder oder Visual Composer konnte ich mich noch nicht entscheiden. Irgendwie sehen beide sehr gut aus :-) Werds wohl mal ausprobieren. Das löst einerseits meine Probleme mit der Content-Positionierung und anderseits auch gleich die Komplexität der Bedienung für Endkunden.

    Das beste wäre natürlich wenn man so einen Page Builder mit Frontend-Editing kombinieren könnte und gewissen Usern nur bestimmte Rechte geben könnte. Das würde alle Träume erfüllen :) Aber vielleicht kommt sowas ja noch oder ich kann gewisse Plugins kombinieren.

    Wunderbar, ich danke dir vielmals!

    Typo3 ist mir ehrlich gesagt zu "gross". Ich fand schon Joomla für die meisten meiner Webprojekte einen Overkill und Typo3 ist da ja noch grösser.

  • Wie gesagt: Redactor ist ne fette Kiste. Zwar mit Lizenzkosten verbunden, aber in der Dev-Version bekommt man alle Freiheiten eingeräumt. Einfacher kann man als Redakteur im Frontend echt nicht mehr editieren...

    Typo3 ist nicht groß. Im Gegenteil: die Instanzierung für Projekte (egal welcher Größe) geht superfix und braucht rein rechnerisch weniger "Saft" als ein WP geschweige denn Joomla oder Drupal. Hast aber recht: jedem sein passender Schuh! :)

    Viel Erfolg!

  • Ich nehme allerdings an, dass wenn ich mit Redactor im Frontend eine Seite editiere, die mit einem PageBuilder erstellt wurde, dass dann die einzelnen Elemente nicht korrekt angezeigt werden und es evtl. das Layout für den PageBuilder verrupfen könnte.

    Oder funktioniert das gemeinsam?

    Grüsse

    Robert

  • Der (oder die) Page Builder haben ja ein einfaches Konzept: sie generieren HTML anstatt Shortcodes. Die kann man natürlich immer noch verwenden, werden aber bisweilen dann überflüssig. Es macht aber IMHO keinen Sinn, im Backend mit einem Page Builder zu arbeiten und im Frontend eine weitere Editiermöglichkeit zur Verfügung zu stellen.

    Redactor als Editor im Backend wird sehr schwierig, da die Shortcode-Funktionalitäten (bspw. zusätzliche Buttons) mit der TinyMCE-Struktur verankert sind. Sprich: funktioniert bei den meisten Plugins dann nicht. Darüber hinaus müsste man ihm beibringen, den mit Shortcodes gespickten Content zu verarbeiten.

    Ich verwende an der Stelle dann gerne Premium Themes, die diese Problematik erfasst haben. Sie trennen den Content Editor vom Page Builder und bieten die Optionen an, eines oder beides zu nutzen. Visuell ist dann unter dem TinyMCE der Page Builder, in dem man den Inhalt für die Seite komfortabel "zusammenklicken" kann. Einige verfügen dann noch über die Option, den Content aus dem TinyMCE abzubilden (an beliebiger Position). Liest sich kompliziert, ist es aber nicht. :)

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